Sandy Bird
Experimental Kammerindie / Berlin
BIO:INFO:Eigentlich war der Bandname eine Verwechslung des Nachts zwischen Traum und Wirklichkeit, jetzt ist daraus eine flatternde Allegorie entstanden. Da ist ein sandiger Vogel in der dichten Musikluft aufgetaucht und er schwebt über einer flirrenden, bebenden Welt. Dennis, Sten, Tobias und Vanessa – das sind vier Weltenbauer an ihren Instrumenten.
Zuoberst spielt die Geige, deren Streichen und Zupfen den Vogel zum Fliegen bringt. Die tiefen Töne unter den Basshänden bewegen das Wasser, über dem der Vogel seine Flügel breitet, und schlagen Wellen, die das Ufer umspülen. Hier wartet schon der Klang des Schlagzeugs, der die Blätter zum Rascheln und den Boden zum Vibrieren bringt. Manchmal rasend, später schleichend fegt die Gitarre durch die Flure. Der Gesang könnte ein Wegweiser sein, doch hinterrücks landet alles an einem geheimen Ort. Und wenn man gerade wieder etwas zu Atem kommt, kitzeln Melodika und Glockenspiel den Bauch.
Dieser Vogel ist ein sehr reisefreudiger Zeitgenosse. Aus dem gemachten Nest Berlin segelt er weit über das Land seinen Flugzielen entgegen. Dabei entfaltet sich die volle Farbenpracht des immer wechselnden Gefieders am schönsten auf Konzerten. Mit einem sandigen Vogel auf Reisen gehen – da wird aus einem fernen Glitzern ein massiges Stampfen, schließlich ein atemloses Surren und am Ende, auf dem Nachhauseweg, wächst schon die Vorfreude auf die nächste Reise.
Dem Quartett aus Berlin gelingt im Sommer 2008 aus dem Stand heraus mit ihrer Debüt-EP beeindruckende, berührende und sehr eigene Musik zu erschaffen. Musik, die sich schon aufgrund der ungewöhnlichen Instrumentierung einer Kategorisierung entzieht. Mit Violine, Glockenspiel, Percussion- und Loopexperimenten, Drums, elektrischer Gitarre und Bass kreieren Sandy Bird ihren eigenen musikalischen Kosmos, der von leisen fast kammermusikalischen Momenten bis zu sich bedrohlich steigernden noisigen Crescendi reicht.
Nach einer zweiten EP-Veröffentlichung im Sommer 2009, einem Auftritt auf dem Fusion Festival sowie vielen, zuletzt auch ausverkauften, Konzerten in Berlin, wurden Sandy Bird eingeladen, im November 2009 als Support von Efterklang im Rahmen der aktuellen Deutschlandtour spielen, wo sie auf der ganzen Linie begeisterten! Im März 2010 erscheint das nächste Album der Band (auf Sous Les Pavés).
Im Studio wie auch live im Konzert geht die Band mit größter künstlerischer Sorgfalt und Detailverliebtheit vor, ohne dabei bemüht zu wirken. Davon zeugen nicht nur die liebevoll von Hand gefalteten Papierkraniche, die der im wunderschönen Artwork erscheinenden EPs beiliegen und von denen einer auch bei Konzerten über der Bühne schwebt, sondern auch ein virtuos komponiertes Live-Set, das die ungeteilte Aufmerksamkeit der Zuhörer verlangt! Belohnt wird man mit einem gefühlsintensiven Konzerterlebnis, an dessen Ende die Band drei Schlagzeuge bearbeitet und das Publikum atemlos und begeistert zurücklässt.
Lässt sich der Sound der Band schwer einordnen, findet der Hörer dennoch genügend Referenzen in Sandy Birds Musik um sich vertraut zu fühlen: Ungewöhnliche Songstrukturen und intensive Steigerungen die mitunter in brachiale Soundwände münden erinnern an Sonic Youth, Godspeed You!Black Emperor, Can oder Arcade Fire, während zerbrechliche und tragende Momente Sigur Rós, die späten Talk Talk oder Dead Can Dance anklingen lassen.
Auf ihrer zweiten EP „The second cry“ verfeinert die Band ihr musikalisches Konzept, das meisterhaft zwischem sphärischem Postrock, noisigen Soundkollagen und veritablem Indierock balanciert! Der Soundtrack fürs Kino im Kopf oder, wie die Kenner von Rote Raupe schreiben: „Sandy Bird klingt wie der Soundtrack zu einer verstörend schönen Kooperation zwischen David Lynch, Tim Burton und Fritz Lang.“
Dennis Grimm: Gitarre, Vocals, Percussion
Vanessa Kreutz: Violine, Vocals, Glockenspiel, Percussion
Tobias Busch: Bass, Percussion, Bogen, Glockenspiel
Sten Jackolis: Drums, Vocals, Melodica, Glockenspiel
tour dates
audio/video
www.myspace.com/whoissandybird
Music video "Time":
Live:
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press
Sandy Bird aus Berlin machen Filmmusik ohne Film. Ihre EP „Slowly Snails Are Circling Round And Round“ klingt wie der kurze Soundtrack zu einer verstörend schönen Kooperation zwischen David Lynch, Tim Burton und Fritz Lang. Ein Road Movie mit wenig Schnitten, verschwommenen Lichtgestalten und ausgedehnten Waldaufnahmen, alles bei Nacht. [...] Man wünscht dieser Band den Plattenvertrag und fragt sich, wie wohl der an die erste Seachange-Platte gemahnende Post Rock auf Albumlänge wirkt. Erhaben? Brachial? Und, viel wichtiger noch: Welcher Film läuft wohl dazu?
Rote Raupe
Die Sympathie reicht der Gespanntheit höflich die Hand. Die Berliner Sandy Bird leiten Efterklang im Festsaal Kreuzberg ein. Wir befinden uns erneut in diesem Strudel ineinanderfließender Harmonien, stiller und vorsichtiger Bewegungen und kaum endender Schleifen; um was? Um den Raum, den sich jeder Einzelne absteckt. Die Zurückhaltung des halbstündigen Sets wurde sogar für einmal aufgebrochen: „Hallo, wir sind Sandy Bird. Wir haben noch ein Stück für Euch, vielen Dank.“ Normalerweise sprechen sie nicht zwischen den Liedern, denn dieser Zustand des Zwischens, der Grenzen bedarf, existiert gar nicht. Experimental Kammerindie sagen sie selbst zu den Übergängen und den Kämpfen dazwischen, zu den großartigen und doch vorsichtigen Konstrukten, düster und voll freundschaftlicher Melancholie zugleich.
Rote Raupe
Sandy Bird gehen den beschwerlicheren aber deswegen auch kostbareren Weg: Veränderungen und Übergänge werden durch ein ständiges Spiel mit den Kernstrukturen bewirkt. Den einzelnen Instrumenten werden keine starren Rollen zugewiesen, vielmehr durchlebt jeder Klangkörper auf „The Second Cry“ seine eigene, kleine Reise. Jetzt ist es den ausgezeichneten, kompositorischen Fähigkeiten von Sandy Bird zu verdanken, dass die einzelnen Elemente immer wieder spannend miteinander kommunizieren, mal wird im Gleichschritt voran marschiert, an anderer Stelle träumt das Schlagzeug noch dem soeben Durchlebten hinterher, während Geige und Gitarre bereits in einen Streit darüber geraten sind, wer denn jetzt die Führung übernehmen soll. [...] Aber das nur nebenbei, denn was zählt ist, dass Sandy Bird mit nur einem langen Stück Musik einen eigenen kleinen Kosmos geschaffen haben, der gleichzeitig Geschichte, Bilderbuch und Weltreise in einem ist!
Smashmag
Sandy Bird als „Hauptact“ passten da sehr gut, denn auch sie bedienen das so vage gehaltene Feld des Postrock/Drone. Man stelle sich vor, ein Song wird Stück für Stück aus Einzelelementen aufgebaut – verschiedenen Gitarrenloops, Bass, Schlagzeug, Glockenspiel und Geige – und sich wiederholend, steigert sich das Ganze in eine Art musikalische Skulptur.
Milch mit Honig
„'The Second Cry' was his last.“ Ausdrücke einer Überraschung. Wo befinden wir uns hier? Ein selbstgebastelter Kranich lugt aus der Textilhülle der EP hervor. Sandy Bird daraufgedruckt, so schlicht wie möglich. Setzt das einzige Stück mit dem leisen Streichen einer Violinensaite ein, sparsam schließen sich helle E-Gitarrentöne an. Es entwickelt sich eine sanfte Harmonie, wie ein noch junger Sonnenaufgang. [...] Eine Schlacht der Naturgewalten, für 16 Minuten und 19 Sekunden bleiben wir Zeugen. [...] Die Gitarre türmt sich auf, doch stürzt übermannshoch hinab im dringlichen Refrain des famosen Stückes. Aus dem Postrocktraum noch nicht erwacht, sind wir alle auf einmal in einem mehr als veritablen Indierockstück, aber die Vorgeschichte bleibt und zwischen die gezupften Geigensaiten drängt sich die Erinnerung der letzten Nacht. Festgewurzelt am Boden des Konzertsaales lauschen wir der stürmischen Schönheit des jungen Berliner Quartetts.
Rote Raupe
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