The Magnificent Brotherhood
12.01.2008
 Buschbrand, Duisburg (D)

INTERVIEW

interview conducted and published by Alles-ist-Pop.de

Vor einiger Zeit berichteten wir bereits über die Garage Sixties Punk Band The Magnificent Brotherhood, zeigten uns begeistert und waren auf ihren Auftritt in Duisburg gespannt. Dort stellten sie am 12.01. ihr Debütalbum vor und ihre Live-Qualitäten unter Beweis. Nach dem Konzert im ausverkauften Buschbrand durften wir uns zu Kiryk (Gesang & Gitarre) und Erik (Gesang und Orgel) in den halb zugemüllten Tour-Leih-Wagen setzen und sprachen mit ihnen in lockerer Atmosphäre über die Musik der Bruderschaft und ihre Ambition Live Musik wieder partytauglich zu machen.

Benedikt & Tim (Alles ist Pop): Wie hat euch das Konzert heute denn so gefallen?
Kiryk: Es hat super Spaß gemacht. Ich hätte es nicht erwartet, da der Laden ja ziemlich klein und nicht für Konzerte ausgelegt ist. Aber es kommt halt immer auf die Leute an und nicht auf den Laden - und die waren heute wirklich super cool.
Erik: Gestern haben wir in einem größeren Laden gespielt, da waren halt nicht genug Leute da, die kamen alle nach dem Konzert, weil die Veranstalter scheinbar mehr Wert auf Party legen und die Bands ziemlich früh spielen lassen. Oder denken das ‘ne Band keine Party sei.

Das ist bei euch ja gerade nicht der Fall.
E: Ja, wir wollen auch lieber, dass die Leute dazu abgehen und sich das nicht nur so anhören.

Ihr beschreibt euch ja auch selbst als die Alternative zur Electro-Dance-Party…
K: (lachen) Bei uns in Berlin ist das auf jeden Fall so – Ja, ich meine wenn du einen größeren Club hast, der zum Tanzen ausgelegt ist, dann tanzen die Leute auch … Wenn du spät genug anfängst dann ist es auch ein bisschen cooler. Wir mussten letztens ziemlich früh anfangen und da sind die Leute gekommen und waren gleich mit unserer Musik konfrontiert. Das geht nicht, die müssen ein zwei Bier getrunken haben und sich locker machen und dann…

Eure jetzige Bandbesetzung gibt es ja erst seit Januar 2007, wie habt ihr denn zusammengefunden?
K: Also, Erik und ich machen schon ewig Musik - seit zehn oder elf Jahren.
E: Und zusammen gefunden haben wir eher zufällig. Wir haben schon vor 10 Jahren ähnliche Musik gemacht.

Was euren Namen angeht: The Magnificent Brotherhood – Verbindet euch mehr als die Musik oder ist das einfach ein geiler Name?
K: Erik und ich haben früher auch zusammen gewohnt, waren jeden Tag unterwegs und haben Party gemacht und so… Und da waren auch noch mehrere Leute - das war unsere Brotherhood so zu sagen. Daher kommt der Name, wir hießen auch früher: „The Magnificent Brotherhood Of Eternal Love And The Happiness’s Close Companions“….

Aber das macht sich doof auf Flyern, was?
K: …(lacht) Ja und jetzt heißen wir nur noch „The Magnificent Brotherhood“.

Stichwort Flyer: Eure Poster und Flyer sind ja ziemlich geil gestaltet, macht ihr das selbst?
K: Ja, das mach ich. Ich bin freiberuflicher Designer.

Die sehen schon echt gut aus, wobei man den Bandnamen echt kaum lesen kann.
K: Ja, aber das ist im Prinzip egal. Wir haben auf jeden Fall gemerkt dass es nichts bringt, wenn du ein langweiliges Poster hast und du den Bandnamen lesen kannst. Du kennst ja meistens die Band vorher eh nicht. Wenn du aber ein Poster hast wo du stehen bleibst und vielleicht mal guckst, weil du denkst „ah ja ok“, dann ist dir der Name im Prinzip egal…
E: …und wenn du die Band schon kennst, dann erkennst du auch das Poster am Style ..
K: Ja genau, dann musst du auch nicht unbedingt den Namen lesen können. Also von daher funktioniert es dann doch irgendwie (lachen).

Ihr macht das jetzt schon seit zehn Jahren – wie seit ihr denn ursprünglich zur Musik der 60er gekommen?
E: Naja, weiß nicht.
K: Nie was anderes gehört.
E: Also ich hab als ich so zehn war Klassik gehört und auch Klavier gespielt aber dann sind ziemlich direkt die 60er ins Spiel gekommen. Ich mein jeder kennt das ja irgendwie und wenn man sich dann darin so ein bisschen vertieft dann kommt man auch auf noch interessantere Bands - Also nicht nur Beatles und Doors und sowas. Das gibt schon was her, ist ziemlich cool dann.

Was sind da so eure größten Einflüsse?
K: ...unsere größten Einflüsse? Music Machine
E: …Seeds sind sehr geil
K: .. Thirteenth Floor Elevators obwohl das jetzt auch die bekannteren der Unbekannten sind
E: .. oder Strawberry Alarm Clock sind ziemlich cool
K: Ja genau. Eigentlich so eher die Amerikanischen Garagen Sachen so aus den 60ern, also die unbekannteren Sachen halt. Wir haben heute auch ein Stück von Love gespielt: My Flash on You. Aber natürlich auch Englische Sachen wie Kinks und Beatles.

Was würdet ihr sagen, worüber singt ihr?
K: Naja im Prinzip sind die Texte nicht so wichtig bei unseren Songs …
E: …es sind ja keine Gedichte.
K: Ist ja nicht wie bei Bob Dylan oder irgendjemandem. Eigentlich handeln unsere Texte von - kein Plan. Entweder von irgendwelchen Frauen oder von Drogen oder von beidem zusammen (lachen).
E: Die Texte sind immer das letzte was zum Song dazu kommt und deswegen ist das meistens so „ah jetzt brauchen wir ‘nen Text“ - und dann schreibt man halt ‘nen Text.
K: Rock’n'Roll is ja die Mucke und die Texte sind über Sex and Drugs so zusagen (lachen).

Wenn die Live-Performance dann noch entsprechend ist – Also uns hat der Abend heute echt gefallen….
K: Ja, uns macht das auch Spaß. Wir haben auch schon in anderen Bands gespielt wo es einfach nicht so spaßig war. Deswegen auch der ursprüngliche Name: The Happiness’s Close Companions - Die Freunde der Freude. Das war Programm. Wir haben die Band extra gegründet um einfach spaßige Konzerte zu machen und Spaß zu haben.
E: Ja, weg von diesem heavy Konzept…
K: …weg von diesem Zuhör-Ding: ich stell mich in den Hintergrund und hör: „Ja, wurde dieses Solo jetzt richtig gespielt? Wieviel Töne hat der pro Sekunde?“ Es soll halt einfach Spaß machen. Viele Leute denken sie können nur tanzen zu Musik die aufgelegt wird und das ist Quatsch. Man kann auch Spaß haben mit Live-Mukke. E: Garage ist halt der lustigste Rock, würde ich sagen.
K: Am wenigsten pathetisch oder so kopflastig. Mann muss die Sache auch nicht ernst nehmen oder großartig drüber nachdenken, sondern nur Spaß machen. …

...und das machen The Magnificent Brotherhood definitiv. Vielen Dank für das Gespräch.

Das selbstbetitelte Album der Magnificent Brotherhood ist auf dem eigenes gegründeten Label Magnificent Music Ende 2007 erschienen.

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