The Magnificent Brotherhood
live at
Burg Herzberg Festival, Breitenbach am Herzberg, Germany
18.07.2008


Review
by Marc Friese
originally published on www.metalglory.de



Als man dann dachte, heute kann einen nichts mehr überraschen, kamen The Magnificent Brotherhood und sorgten für runterklappende Unterkiefer und tanzende Beine. Wir hatten keine Ahnung was da auf uns zukommt.

Beim Beobachten der ihre Instrumente aufbauenden Musiker konnten wir uns so manches Grinsen nicht verkneifen, denn die vier Kollegen sahen schon sehr schräg aus. Allen vorneweg der Gitarrist mit Musketier-Bart und -Frisur und fast schlimmer noch der Keyboarder, der mit seinen 1,90 Meter (oder so) nur mit hängendem Kopf umherlief; seine ihm dabei bis zum Kinn hängenden Haare offenbarten ab und an einen schicken Schnurrbart. Schlagzeuger und Bassist trugen auch solche Dinger, und letzterer hatte eine in die Breite ausladende Frisur, mit der er aussah wie ein Leistungskurs Physik Junkie.

Als sie alles fertig gerödelt hatten ging es dann unvermittelt los, mit einer Ansage des Sängers/Gitarristen. Energetisch fragte er die müde Menge ob sie denn tanzen wolle, und dann solle sie mal loslegen. Dann kam ein 2-Minuten Stück, bei dem der Gitarrist dermaßen rumalberte und den Vortänzer mimte, dass zu diesem ska-artigen Surfpunk sofort mächtig Bewegung in die Menge kam. Das kleine Keyboard reichte dem Schnauzer-Riesen kaum bis zur Hüfte; seine vornübergebeugte Spielweise, meist nach links zum Gitarristen schauend, sah ziemlich grotesk aus. Nachdem die erste Nummer um war, wurden so manche Augen ungläubig gerieben. Was war denn das?

Und weiter ging es mit vielen kurzen psychedelic 60s Rocknummern, die mit soviel Witz und Spielfreude vorgetragen wurden, dass die ganze Menge am toben und tanzen war. Und permanent wurde so viel herumgealbert, da hätte man fast die technischen Stärken der Musiker übersehen. Die Songs kamen tight, ohne hörbare Verspieler, und wie jeder von ihnen sein Instrument behandeln konnte, ließ größten Respekt aufkommen. Schön zu sehen, wie herrlich albern und locker auch solch begnadete Musiker sein können. Höhepunkt des Auftritts war sicherlich, als die Band das Publikum zum Tanzen auf der Bühne einlud, die mächtig am Wackeln war, was die Security gehörig ins Schwitzen brachte.

The Magnificent Brotherhood sind einmalig und ein frischer Wind, wie wir ihn livehaftig niemals zuvor zu spüren bekommen haben; ganz große Party-Kunst.

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